Montag, 13. Juni 2011

Lord of the Pimms - 10th anniversary

Alles begann vor rund 11 Jahren vor dem Earl's Court Conference Center im Royal Borough of Kensington & Chelsea in London. Mein erster World Travel Mart als Vertreter von Interlaken Tourismus war gerade zu Ende gegangen. Der ganze Business-Rummel war durch und so freute ich mich damals auf ein paar entspannte Tage mit meinem Mate Hannes aka the WSL in good old England. Damals, als die Budgets noch klein und die Entdeckungslust gross waren, nutzen wir meine Businesstrips jeweils um im Anschluss oder davor unsere Passion für England, die vibrierende Metropole London mit ihren Kulturen, Attraktionen und Unterhaltungsmöglichkeiten ausgiebig auszuleben. Im Speziellen aber führte uns vor allem auch die Begeisterung für den englischen Fussball immer wieder in dessen Mutterland. Es gibt kaum ein Stadion im Grossraum Londons, welches wir noch nicht besucht haben. Egal ob Champions League, Premier League, Championship oder Länderspiele im Wembley, wir waren "almost everywhere". Ein weiterer Grund für unsere Reisen war aber auch die Tatsache, dass Hannes' Uncle Jürg und Aunt Annelies mit ihren Söhnen Lex und Michael seit über 30 Jahren in East Sussex in der Gemeinde North Chailey leben und wir sie so oft es geht besuchen. So war es auch in diesem Jahr anlässlich unseres zehnten gemeinsamen Trips nach England.

Am Mittwoch vor Auffahrt starteten wir unser Vorhaben. Pünktlich um 16.04h sassen wir im Zug in Richtung Geneva Airport. Zur Einstimmung gönnten wir uns erstmal ein paar Bier. Nach knapp 2-stündiger Zugfahrt trafen wir am Flughafen ein. Glücklicherweise hatten wir schon online eingecheckt und konnten so ganz ohne Hektik noch Geschenke für die Verwandten einkaufen (es gab natürlich Schoggi und für Onkel Jürg Landjäger). Wie so üblich mit unseren Freunden von Easyjet verspätete sich der ankommende Flieger um ca. eine Stunde, so dass wir uns ein paar weitere Bier genehmigen mussten ;-) Nach einem angenehmen und ruhigen Flug trafen wir schliesslich in London Gatwick ein. Jürg holte uns am Flughafen ab und führte uns mit seinem Wagen auf die Lindfield Farm. Halt, dies geschah natürlich nicht ohne einen Boxenstopp in einem am weg liegenden Pub. Der erste Pint of finest Harveys best Bitter war Tatsache geworden! Angekommen bei Schlup's schlossen wir den Abend bei ausgiebigen Gesprächen und Pizza &Wein ab.

Der erste richtige Tag begrüsste uns mit Vogelgezwitscher und stahlblauem Himmel. Ich musste mir noch einmal die Augen reiben, aber tatsächlich, der Himmel über der Insel war für einmal weder wolkenbehangen noch regnete es in Strömen. Die Aussicht vom Schlafzimmerfenster ist schlichtweg phänomenal. Eine Weite geprägt von stattlichen Chestnut-Bäumen, riesigen Feldern und wohlgeformten Gebüschen. Eine Landschaft erster Güte! Das Haus von Schlup's steht dann auch ziemlich alleine in dieser wunderschönen Gegend. Abgesehen von zwei nahe gelegenden Nachbarhäusern befindet sich rein gar nichts in der näheren Umgebung. Zum Einkaufen ins nächst gelegene Dorf fährt man mit dem Auto rund 10 Minuten.

Das nächste Tageshighlight folgte so gleich. Annelies bereite uns ein originales English breakfast zu: eggs, bacon, tomatoes, mushrooms and saussage, dazu toast, jam und salted butter. Einem erfolgreichen Tag stand nach diesem deftigen, aber äusserst schmackhaften Frühstück nichts mehr im Wege. Wir entschieden uns, den ersten Tag auf der Farm zu verbringen. Das Wetter war gut, der Pool nahm langsam aber sicher eine angenehme Temperatur an und der Kühlschrank war mit Bier gefüllt. Was will man mehr? Jürg befand, dass wir doch noch etwas anpacken sollten und so erledigten wir einige kleinere Arbeiten rund ums Haus. Nichts Anstrengendes, aber grund genug, anschliessend die Mittagspause bei einem Pint und Sandwiches im Royal Oak Pub zu verbringen. Ein tolles, typisches Dorfpub in der Nähe. Gestärkt und voller Tatendrang ging's zurück auf die Lindfield Farm wo nun auch die Kids der Cousins zugegen waren. Natürlich mussten wir mit ihnen sämtlichen Schabbernack im und um den Pool durchführen, was zu allgemeiner Heiterkeit führte. Auch das Ausspannen kam aber nicht zu kurz. Don Michele und Padrino Giovanni liessen es sich gut gehen!

Dann war's endlich Pimm's o'clock! Bei wunderbar sommerlichen Temperaturen gönnten wir uns zum Apéro den britischen Sommerdrink schlechthin. Pimm's ist ein Mischgetränk, dessen Inhaltsstoffe nebst Gin und Chinin eine geheime Gewürzmischung sind. Aufgefüllt wird das likörartige Getränk mit Limonade wie Sprit oder 7Up. Weiter führt man Minze, Zitrusfrüchte und wahlweise Erdbeeren oder Gurken und natürlich Eis dazu und fertig ist ein herrlich erfrischender Sommertrunk. Die Wirkung zeigt sich allerdings erst beim Aufstehen, denn davor merkt man vom Alkohol wenig bis gar nichts. Zusammen mit der ganzen Schlup-Family genossen wir dann einen lustigen BBQ-Abend auf der Farm. Gegrillt wurde übrigens standesgemäss auf einem eigens konstruierten Fassgrill. Zur Auswahl standen lokale Schweinswürste, Spareribs, Pouletschenkel und zur Krönung 1kg feinstes Ribeye-Steak!

Der nächste Tag war nicht minder sonnig, zumindest draussen. Der Kopf litt noch etwas, aber nach einem neuerlichen English breakfast und einer erfrischenden Dusche stand einem ereignisreichen Tag nichts mehr im Wege. Wir entschlossen uns, frühzeitig aufzubrechen um mit dem Bus ins nahe Städtchen Lewes zu fahren. Lewes ist Basis der bereits erwähnten Harveys Brauerei. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Fussgängerzone trafen wir bereits auf die Brauerei. Wir besuchten den eigenen "Fanshop" und natürlich das hauseigene Pub gleich um die Ecke. Das Harveys Bier kommt hier frisch vom Fass in überzeugender Qualität in den Pint. Viel mehr als die Gasse rund um die Brauerei gibt es dann doch nicht zu sehen und so nahmen wir den Zug nach Brighton. Das Seebad an der Küste des Ärmelkanals hat rund 150'000 Einwohner und ist bei uns vor allem als Destination für die EF Sprachschüler bekannt. Nicht umsonst ist die Stadt einer der grössten Partymekkas Grossbritanniens. Unter anderem stammt auch der Musiker Fatboy Slim von hier. Wir waren schon einige Male in Brighton, doch diesmal zeigte sich der Reiz der Stadt dank des herrlichen Wetters noch ausgeprägter. Wir zogen runter an den Strand und sassen uns in eines der zahlreichen Sidewalk Cafés an der Promenade. Bei Pimm's und Nachos nahmen wir uns die unterschiedlichsten "Vorbeigeher" unter die Lupe. Herrlich was sich an einem solch schönen Tag alles rauswagt. Sogar die bleichsten der bleichen Engländer waren zugegen ;-)

Pimm's o'clock

WSL on the Brighton seafront (pier in the background)
Hannes and Alex
Am späteren Nachmittag nahmen wir den Zug zurück nach Haywards Heath. Angekommen auf der Lindfield Farm vergnügten wir uns erneut am Pool und fröhnten dem herrlichen Dolce far niente! Die Ruhepause war nötig, waren wir uns doch im klaren, dass der Abend umso "heftiger" werden sollte. Ausgang und Dinner mit den Cousins stand auf dem Programm. Wir zogen erneut nach Haywards Heath und genauer genommen an den Broadway. Diese Strasse mitten im Städtchen beheimatet eine Vielzahl von Restaurants, Bars und Clubs. Nach einer ausgiebigen Apéro-Time zogen wir gegen 21h zu Nizam - dem besten Inder in town. Das Essen war vorzüglich, wenn auch die grüne Chillischotte zu Beginn des Dinners meinen gesamten Geschmackssinn zerstörte und ich meinen Mund und Rachen mit Naan, Kingfisher Beer und Minzenjoghurt neutralisieren musste. Nach dem Essen ging's erneut auf den Broadway wo wir bis zum "Fyrabe" weiter feierten. Dieser war schon um ca. 01.00h, was und dann auch aufzeigte, weshalb sich die Leute bereits um 19h dermassen einen hinter die Kiemen gossen!!!

Der Samstag war Abreisetag. Wir verabschiedeten uns von den Schlup's und zogen weiter nach London. Wir waren beide noch etwas limitiert als wir uns in den Zug nach London Bridge setzen. Das Curry (oder war's doch der Alkohol) lag uns noch etwas schwer in den Mägen und Knochen...
Mit der Tube gings zum Hotel in Nähe der Paddington Stadion. Das Park Grand Hotel Paddington war für die kommenden Tage unser Zuhause. Ein gepflegtes, modernes Stadthotel mit gut ausgestatteten Zimmern und der idealen Lage wie man es sich in London eigentlich immer wünscht...Dank Booking.com war auch der Preis entsprechend gut und mit ca. 75.- pro Person und Nacht einwandfrei für ein 4*-Hotel. Nach einer kurzen Erfrischung zogen wir durch die Portobello Road in Notting Hill und brachten mit einem ausgiebigen Spaziergang unsere Körper wieder auf Vordermann. Der Tag sollte ein langer werden und so war es angebracht, nicht bereits mittags wieder mit Bier trinken zu beginnen. Weiter ging's zum Wembley Stadion im Norden der Stadt. Das EM-Qualispiel England - Schweiz stand auf dem Programm. Wir vergnügten uns vor dem Match beim Beobachten der z.T. doch etwas beschränkten Natifans aus der Ost- und Innerschweiz. Wir wähnten uns aufgrund der ausgefallen Kostüme der Fans doch eher an der Fasnacht als an einem Fussballmatch. Hannes und ich zogen es auf jeden Fall vor, in casual aufzutreten um nicht eindeutig als Schweizer identifiziert zu werden. Schliesslich wollten wir uns vorenthalten, alle Pubs aufsuchen zu dürfen, ohne Blick auf die Herkunft. Das Spiel war dank dem 2:2 für uns Schweizer natürlich toll, auch wenn gegen die schwach auftretenden Engländer ein Sieg dringelegen wäre. Auf alle Fälle war's im Wembley von der Atmosphäre her sensationell und emtional! Nach dem Spiel nahmen wir es gemütlich und verblieben noch einige Stunden im Wembley Quartier. Es braucht nämlich seine Zeit, bis die 85'000 Leute wieder in die Innenstadt transportiert wurden. Wir trafen in einem nahegelegenen Pub auf einige bekannte Gesichter aus der Schweiz und stiessen mit ihnen auf einen flotten Fussballnachmittag an!


Wembley Stadium, London UK

Gegen 21h zogen auch wir in Richtung Innenstadt resp. zwecks Erfrischung ins Hotel. Wir wechselten das Tenu von kurz auf lang, wollten wir uns doch auch hier die Optionen für allfällige Clubbesuche offen halten. Zuerst aber stärkten wir uns in China Town mit einem "Set Menu". Im Gegensatz zu früheren Besuchen zogen wir heute aber die Arschkarte. Der Frass war kalt, fad und hat eigentlich nichts mit tollen chinesischen Essen zu tun! Schleunigst weg von Chinatown und rein ins nahe gelegene O'Neills Pub. Hier trafen wir auf Mate Ralph W. aus Thun. Ralph studiert seit einiger Zeit in der Themsenstadt. Voller Tatendrang zog er die nächste Runde an und löste uns aus unserer eintretenden Lethargie und Müdigkeit. Mitverantwortlich war jedoch auch der Freund Gin, welcher in solchen Situationen als echter Muntermacher wirkt! Zusammen mit zwei weiteren Bekannten zogen wir gegen 03.00h weiter in den Egg's Club in einem heruntergekommenen Viertel hinter dem Kings Cross Bahnhof. Ralph warnte uns, das Quartier sei unfreundlich, Taxis nur schwer zu finden und vor Jahren sei im Club sogar jemand erschossen worden! Okay...aber in Tat und Wahrheit erwartete uns nach einer eindringlichen Eintrittskontrolle inkl. X-Rays ein sensationeller Undergroundclub mit mehreren Dancefloors, Lounges und einem Outdoor-Chill out Bereich. Soundtechnisch ganz auf der elektronischen Welle tanzten wir bis in die frühen Morgenstunden zu derben Bässen und "abgespacten" Melodien. Uns erstaunte dann später auch nicht, dass unzählige Gäste mit Sonnenbrillen hereinspazierten. Um 04.30h ging bereits die Sonne auf und das gleissende Licht war Gift auf die an Dunkelheit gewohnten Partyaugen :-) Gegen 07.30h verliessen wir den Club und marschierten in Richtung Kings Cross wo wir uns ein erstes Katerfrühstück gönnten und anschliessend das Taxi ins Hotel nahmen. What a night!


video


Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Regeneration! Wir schliefen bis am frühen Nachmittag, ehe wir in einem Pub ein zweites, anständiges Katerfrühstück mit Burger und Fries zu uns nahmen. Gestärkt von diesem Imbiss zogen wir durch die Strassen der Innenstadt wo uns aber der Regen einen deftigen Strich durch die Rechnung machte. Anstatt ausgiebigen Spaziergängen draussen mussten wir wohl oder übel erneut Pubs aufsuchen wo wir das ereignisreiche Wochenende Revue passieren liessen. Noch einmal kam Euphorie auf und so gönnten wir halt noch einmal den einen oder anderen Gin. Abends suchten wir dann ein Restaurant, welches den Reinfall vom Vortag wettmachen konnte. Bei exzellentem Thai Food gelang dies ausgezeichnet. Den letzten Abend schlossen wir dann bei einer Runde "Daytona 500" im Trocadero ab, ehe wir gegen Mitternacht den Heimweg ins Hotel antraten.

Mit der Heimreise am Montag ging ein sensationeller England-Trip zu Ende! Danke WSL für die company, danke Ralph für den Ausflug ins Londoner Nachtleben, danke Schlup's für die tollen Tage auf der Lindfield Farm, danke Petrus für das tolle Wetter und danke Ottmar für den Verzicht auf Frei und Streller! Cheers!

Some more pix:

Michael & Debbie at the Curry fun

Wembley

6 am @ egg club

6 am and something @ egg club

hanging around @ lindfield farm

chillout lounge @ egg club
Lindfield Farm

Harveys Brewery Lewes

Fun @ the bar with unknown English girl






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen